Ich möchte einmal meine Meinung zum Balancing nach Schutzzone 21 teilen.
Innerhalb der Schutzzonen finde ich das Balancing eigentlich gelungen. Gerade in den höheren Schutzzonen spielt man überwiegend gegen Gegner, die sich auf einem ähnlichen Entwicklungsstand befinden. Man hat das Gefühl, dass eigene Entscheidungen und die Spielweise tatsächlich einen Unterschied machen.
Sobald man Schutzzone 21 verlässt, ändert sich das für mich allerdings komplett.
Man trifft plötzlich auf Spieler, die ein Vielfaches der eigenen Militärstärke besitzen. In meinem Fall sprechen wir teilweise vom 15-Fachen meiner Militärpunkte. Gegen solche Flotten gibt es schlicht keine realistische Möglichkeit, sich zu verteidigen. Ich habe mir diese Flotten angesehen und bin ehrlich gesagt zu dem Schluss gekommen, dass ich selbst in den nächsten zwei bis drei Monaten keine Chance hätte, überhaupt in ihre Nähe zu kommen. Das ist kein kleiner Vorsprung, den man durch aktives Spielen aufholen kann, sondern eine komplett andere Liga.
Genau deshalb fühlt sich der Übergang von Schutzzone 21 in den offenen Bereich für mich nicht wie der nächste Spielabschnitt an, sondern eher so, als würde man plötzlich zur freien Beute erklärt werden.
Dazu kommt die extrem hohe Aktivität, die das Spiel außerhalb der Schutzzonen voraussetzt. Durch Raid-Kolonien können Angriffe bereits nach 30 Minuten einschlagen. Wer nicht regelmäßig online ist, hat kaum eine Möglichkeit zu reagieren.
Heute bin ich nach mehreren Monaten aus dem Urlaubsmodus zurückgekehrt. Keine drei Stunden später war mein Postfach bereits wieder voller Spionageberichte und kurz darauf folgten die ersten Angriffe. Genau das hat mich dazu gebracht, mir die Flotten dieser Spieler einmal genauer anzusehen – und dabei ist mir erst bewusst geworden, wie riesig die Unterschiede mittlerweile sind.
Selbst eine Verteidigung löst das eigentliche Problem kaum. Große Kämpfe erzeugen große Trümmerfelder, die für den Angreifer einen erheblichen wirtschaftlichen Wert haben. Erfahrene Spieler timen ihre Recycler meist so, dass sie das Trümmerfeld direkt nach dem Kampf einsammeln. Als Verteidiger hat man praktisch keine Chance, das eigene Trümmerfeld selbst zu sichern. Dadurch verliert man nicht nur seine Flotte, sondern hilft dem Angreifer gleichzeitig auch noch beim Wiederaufbau.
Ich finde das Unterstützungssystem (Mit Flottenpunkten) grundsätzlich eine gute Idee und definitiv einen Schritt in die richtige Richtung. Trotzdem löst es das eigentliche Balancing-Problem meiner Meinung nach nicht. Wenn die Unterschiede zwischen den Spielern so groß sind, dass man gegen bestimmte Gegner von Anfang an keine realistische Chance hat, hilft einem auch eine teilweise wiederhergestellte Flotte nur begrenzt.
Zusätzlich frage ich mich, wie solche Flotten überhaupt dauerhaft unterhalten werden können. Das progressive Unterhaltssystem ist aus meiner Sicht eine gute Mechanik, weil es verhindern soll, dass riesige Flotten ohne entsprechende Wirtschaft dauerhaft bestehen können. Trotzdem sieht man Flotten, deren Größe für mich kaum nachvollziehbar ist. Vielleicht übersehe ich dabei etwas, aber aus meiner Perspektive wirkt der Abstand zwischen diesen Spielern und jemandem, der gerade erst Schutzzone 21 verlassen hat, einfach extrem.
Mir geht es dabei gar nicht darum, dass man jeden Kampf gewinnen sollte. In einem PvP-Spiel wird es immer stärkere Spieler geben, und das ist auch völlig in Ordnung. Das Problem ist aus meiner Sicht eher, dass die Leistungsunterschiede nach Schutzzone 21 schlicht keinen realistischen Weg, diesen Rückstand jemals aufzuholen. Selbst wenn ich von heute an jeden Tag aktiv spiele, vergeht die Zeit ja nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen. Die Spieler, die mir heute um ein Vielfaches überlegen sind, entwickeln ihre Accounts ebenfalls weiter. Dadurch bleibt der Abstand nicht nur bestehen, sondern wächst im Zweifel sogar weiter.
Genau deshalb fühlt sich die Situation für mich so frustrierend an. Es geht nicht darum, dass ich heute verliere. Es geht darum, dass ich aktuell keine Perspektive sehe, diesen Abstand irgendwann aus eigener Kraft schließen zu können. Dadurch fehlt mir im Moment die Motivation, überhaupt weiter aufzubauen, weil ich das Gefühl habe, dass ich unabhängig von meinem Einsatz dauerhaft in einer Liga spiele, in der ich nicht konkurrenzfähig werden kann.
Ich werde mir das Ganze noch ein paar Tage anschauen und versuchen zu verstehen, ob ich vielleicht etwas übersehe. Im Moment bin ich allerdings ehrlich gesagt an einem Punkt, an dem ich darüber nachdenke, meinen Account zu löschen. Das finde ich eigentlich schade, denn das Spiel macht mir grundsätzlich Spaß. Im aktuellen Zustand nimmt mir das Balancing nach Schutzzone 21 jedoch einen großen Teil der Motivation, überhaupt noch Zeit in den weiteren Aufbau zu investieren.
Mich würde interessieren, wie andere Spieler das sehen. Vielleicht habe ich auch einen wichtigen Aspekt übersehen oder andere haben ähnliche Erfahrungen gemacht.